Bogenschießstand für zu Hause im eigenen Garten

Bogenschießstand für zu Hause im eigenen Garten

Mai 2, 2019 0 Von Bogensport

Wer gerne das Bogenschießen erlernen will, stellt sich sicherlich zunächst die Frage, wo dies gemacht werden darf. Hierfür bietet sich unter anderem auch der eigene Garten an. Doch ist das Bogenschießen dort erlaubt? Und was geschieht, wenn es zu einem Unfall kommt?

Wo darf man eigentlich Bogen schießen?

Die Antwort auf die erste Frage ist recht einfach. Bogenschießen ist zunächst einmal auf jedem offiziellen Bogenschießplatz eines speziellen Bogenschießvereins erlaubt. Denn dort werden alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen und es stehen zumeist auch erfahrene Trainer zur Verfügung. Da der Bogen aber laut Waffengesetz keine Waffe ist, darf es auch im eigenen Garten oder auf diversen anderen freien Flächen stattfinden.

Theoretisch darf auch im Wald oder auf anderen freien Flächen mit ihm geschossen werden, wie bei diversen Feierlichkeiten (zum Beispiel auf einer Kirmes oder auf einem Mittelaltermarkt). Rechtlich spricht also nichts dagegen. Wichtig ist nur, dass der Eigentümer des jeweiligen Grundstücks über das Bogenschießen informiert wird und eine Zustimmung erfolgt.

Er wie auch die Schützen müssen alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, dass hierbei nichts passiert. Zudem gilt es dabei einige Punkte zu beachten, die nun genauer erläutert werden. Unter anderem wird auch erläutert, was das Gesetz sagt, wenn ein Mensch durch einen Pfeil verletzt wird.

Welche Gesetze/Vorschriften muss man beachten?

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten das Waffengesetz wie auch die Waffenverordnung beachtet werden, bevor im eigenen Garten ein Bogenschießstand errichtet und verwendet wird. Dort ist unter anderem zu lesen, dass der Bogen keine Schusswaffe ist. Dennoch müssen bei der Verwendung einige Sicherheitsbestimmungen beachtet werden. Das heißt in erster Linie, dass beim Schießen niemand verletzt werden darf. Der Bogen selber kann ohne Waffenschein gekauft und auch transportiert werden. Hierbei gibt es noch nicht einmal eine Altersbeschränkung.

Allerdings steht im sogenannten Bürgerlichen Gesetzbuch, dass wenn ein Mensch einem anderen Mensch einen Schaden zufügt, er den Schaden genauso ersetzen muss, als wäre dieser gar nicht eingetreten. Das Bogenschießen im eigenen Garten ist grundsätzlich aber erlaubt. Der Nutzer oder Bewohner muss allerdings dafür sorgen, dass die Pfeile das eigene Grundstück nicht verlassen und dadurch versehentlich jemanden verletzen. Ist das möglich, können der Eigentümer oder auch der Schütze durchaus in Regress genommen werden.

Welche Sicherheitsmaßnahmen muss/kann man anbringen?

Auch erfahrene Schützen können nicht sicher davon ausgehen, dass jeder Pfeil immer die Scheibe trifft. Denn wenn beim Schuss eine starke Windböe aufkommt oder er einfach nicht richtig zielt, landet er neben dem eigentlichen Ziel. Damit dabei niemand verletzt wird, muss er alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Hierbei ist es zunächst einmal von Vorteil, wenn auf einer ausreichend großen und vor allem freien Fläche geschossen wird. Sie sollte zudem auch sehr gut einsehbar sein. Beim Schuss selber darf sich niemand direkt im Gefahrenbereich rund um die Zielscheibe aufhalten. Ist das der Fall, wird der Vorgang sofort beendet.

Fester Hintergrund und Warnschilder sorgen für Sicherheit

Ein ebenfalls sehr wichtiger Punkt ist, dass sich hinter der Zielscheibe ein robuster aber weicher Hintergrund befindet, wie zum Beispiel ein dicker Erdhügel. Denn dieser kann die Pfeile abfangen, ohne dass sie wie zum Beispiel auf einem Stein oder einem Felsen abprallen und eventuell auch zersplittern. Denn dadurch könnten sie zum einen nicht mehr verwendet werden und könnten zudem auch Verletzungen hervorrufen.

Auch diesen Punkt muss der Schütze immer beachten. Wenn die Zielscheibe sehr häufig verwendet wurde, kann es sein, dass die Pfeile nahezu ungebremst weiterfliegen und nicht in dieser steckenbleiben. In diesem Fall sollte sie nicht mehr verwendet und gegen eine Neue ausgetauscht werden. Um alle Personen darauf aufmerksam zu machen, dass mit einem Bogen geschossen wird, macht es zudem auch Sinn, den Schießbereich mit einem auffälligen Flatterband und einigen Warnschildern zu markieren.

Wie sollte so ein Schießstand aufgebaut sein?

Nach der sogenannte Schießordnung des Deutschen Schützenbundes sollte der Bereich neben der Zielscheibe mindestens 15 Meter frei sein. Pfeilfangnetze gelten in der heutigen Zeit dagegen nicht mehr als sicher. Denn sie halten die Geschosse nur bedingt auf. Besser ist es, eine Kombination aus einem normalen Pfeilfangnetz und einer robusten Holzwand zu verwenden. Zudem muss auch beachtet werden, mit welchem Bigen geschossen wird. So fliegen die Pfeile bei den verschiedenen Ausführungen unterschiedlich weit, sodass der Sicherheitsbereich dementsprechend angepasst werden muss.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Wer sich einen Schießstand in seinem eigenen Garten errichten will und keine Ahnung davon hat, sollte sich in einem offiziellen Schießverein alle relevanten Informationen einholen. Zudem ist es auch sehr wichtig, dass er immer nur Pfeile verwendet, die zu seinem Bogen und zu dessen Zuggewicht passen. Denn sonst könnten die Geschosse zerbrechen und Verletzungen hervorrufen.